Sie sind hier: Ligroin
Zurück zu: Startseite
Allgemein:

Suchen nach:

Ligroin

Der Treibstoff mit Geschichte

Selten hat eine chemische Substanz soviel Nachhall ausgelöst, wie der Treibstoff, den Bertha Benz im August 1888 in der Wieslocher Stadt-Apotheke gekauft hat - Ligroin.

Ligroin ist ein Kunstwort und bezeichnete zum Ende des 19. Jahrhunderts ein Gemisch von aliphatischen (kettenförmigen) Kohlenwasserstoffen, welches zwischen 60 und 120 °C siedet. Der Name ist auch noch heute im Chemie-Umfeld zu finden.

Der Name "Benzin" leitet sich jedoch nicht etwa von Carl oder Bertha Benz ab, wie man vielleicht meinen könnte, sondern vom natürlich vorkommenden Benzoe-Harz, aus dem durch chemische Umsetzung Benzol erstmalig gewonnen wurde. Es war Eilhard Mitscherlich, ein Gründervater der modernen Chemie, der den Namen "Benzin" für das heutige Benzol geprägt hat. In der englischen Sprache heißt Benzol auch heute noch "Benzene".

Dagegen wurde der Begriff "Ligroin" auf Kohlenwasserstoffe angewendet, die bei der Leuchtgas-Gewinnung (trockene Destillation der Steinkohle) entstanden. Man könnte auch Leichtbenzin, Wundbenzin oder Petroläther dazu sagen. Als Fleckwasser wurde Ligroin vielfach im Haushalt verwendet. Apotheken hielten es vorrätig als Lösungs- und Extraktionsmittel für Fette, Öle, Pech, Teer, Kautschuk und Wachse für die Herstellung pharmazeutischer Präparate.

Sowohl Benzol als auch Ligroin sind für die Verwendung in Verbrennungsmotoren grundsätzlich geeignet.

Der Name "Benzin" wurde später auf die Gesamtheit der flüssigen und niedrig siedenden aromatischen und aliphatischen Kohlenwasserstoffe und deren Gemische (Benzol-artige und Ligroin-artige) übertragen.

Der Preis für 1 Liter Ligroin lag um 1890 bei ca. 30 Pfennig. Das entsprach zu dieser Zeit etwa dem Stundenlohn eines Arbeiters. Damit war eine Fahrtdauer von etwa 1/2 bis 1 Stunde mit den frühen Motorkutschen möglich.
Als einziger wesentlicher Kostenfaktor für den Betrieb eines Automobils war Ligroin dennoch deutlich attraktiver als die Kosten, welche für die Haltung von Pferden aufzuwenden waren, die auch bei Nichteinsatz Futter und Pflege benötigten.


Was die Verwendung von Kraftfahrzeug-Benzin über die vergangenen 125 Jahre so erfolgreich gemacht hat, sind eine Reihe günstiger Eigenschaften der Paraffin- und Benzol-Kohlenwasserstoffe:
- reichliche Verfügbarkeit
- hoher Energie-Inhalt bezogen auf das Gewicht
- einfache Lagerung und einfacher Transport
- abgesehen von der Explosionsgefahr ist es gerade bei diesem hohen Energie-Inhalt doch recht sicher handhabbar (deswegen ist es so schwer, sichere alternative Energie-Speichersysteme auf chemischer Grundlage zu finden, bei ebenso günstigem Kostenaufwand).

Abbildung: eine historische Flasche - der Medien-Star -

"Ligroin innerlich"

Zur Erinnerung an den damaligen Tankvorgang war es unausweichlich, ein "Ligroin für innerliche Anwendung" für geeignete Veranstaltungen vorrätig zu halten. So wurde es über 25 Jahre an die Teilnehmer der periodischen Bertha-Benz-Fahrt abgegeben und entwickelte sich in der Folge zu einem Markenzeichen der Stadt-Apotheke in Wiesloch.

Wir sind ab sofort in der Lage, auch Ihnen ein "Ligroin innerlich" in einem "Tank-Set" anzubieten.
Es handelt sich um eine Präsent-Tasche, bestehend aus
0,35 l "LIgroin innerlich",
einem Reagenzglas-Gestell mit 6 Reagenzgläsern als "Reihen-6-Zylinder"
einer Spritzflasche zu Befüllung der Reagenzgläser als "Einspritzpumpe".

"Ligroin innerlich" ist ein erlesenes Wildkräuter-Destillat mit 50 Vol.% Alkohol, klar, farblos und aromatisch, was einer historischen Apotheke gut ansteht und in seiner Erscheinung dem technischen Vorbild recht nahe kommt.

Wenn Sie es beziehen möchten, benutzen Sie bitte das Bestell- und Preisblatt, das für Sie per Download bereit steht.

"Tank-Set Ligroin innerlich"

Bestellblatt

bestellblatt.pdf [20 KB]